Bodenkohle

Schon am Beispiel der schwarzen Erde der Indios (Terra Preta) lassen sich die positiven Eigenschaften erkennen die Pflanzenkohle auf den Boden ausübt. Retention der Nährstoffe, Humusaufbau und die Aktivierung der Böden sind nur wenige positive Eigenschaften der Pflanzenkohle. Immer mehr gewinnt jedoch auch die Regulation des Feuchtigkeitshaushaltes an Bedeutung. In Trockenperioden ist die Kohle dazu in der Lage Feuchtigkeit in den Böden zu speichern und wieder abzugeben.

Eigenschaften

Der Einsatz von Bodenkohle wirkt sich wie folgt aus:

  • Verbessert den Nährstoffhaushalt im Boden
  • Aktiviert das mikrobiologische Leben im Boden
  • Verbessert die Bodenstruktur
  • Reguliert den Feuchtigkeitshaushalt im Boden
  • Fördert den Humusaufbau
  • Leistet einen Beitrag zum Klimaschutz

Anwendungs­empfehlung

Aufbereitung von Gülle mit Pflanzenkohle
Sechs Wochen vor der Anwendung 1 % bis 5 % Pflanzenkohle in die Gülle einrühren und Homogenisieren.

Aufbereitung von Festmist mit Pflanzenkohle
Möglichst langfristig (wenigstens 6 Wochen vor der Anwendung) ca. 10 Vol % Pflanzenkohle schichtweise in den frischen Festmist einarbeiten.

Aufbereitung von Kompost mit Pflanzenkohle
Beim Ansetzen der Kompostmiete 10 Vol.-% Pflanzenkohle gleichmäßig untermischen. Den Kompost gut feucht halten. Die gute Herstellungspraxis von Komposten ist zu beachten.  Zur Herstellung eines Terra Preta ähnlichen Substrates können Tonminerale (15 Vol.‑%) und Urgesteinsmehl (5 Vol.‑%) beigemischt werden.

Ausbringung von nicht aktivierter Pflanzenkohle in den Boden
Einarbeitung von 0,1 – 0,5 kg/m² Pflanzenkohle im Herbst, so dass sich die Kohle über die Wintermonate mit Feuchtigkeit und Nährstoffen anreichern kann.

Einsatz von Pflanzekohle in der Einstreu
Beimischung von Pflanzenkohle in die Einstreu. Einarbeitung von 5 – 10 Vol.‑% Pflanzenkohle in die Einstreu.

detallierte Informationen

Denken wir an die bodenbezogene Anwendung von Pflanzenkohle kommt sehr schnell der Begriff „Terra Preta“ in den Sinn.

Diese sehr fruchtbare schwarze Erde wurde im Amazonasgebiet inmitten des Urwalds entdeckt. Vor einigen tausend Jahren konnten die dort lebenden Kulturen mithilfe dieser schwarzen Erde ihre Existenz sichern. Alle in der Kultur entstehenden Abfälle wurden zusammen mit der Holzkohle aus den Feuern vermischt und viele Wochen ruhen lassen. Diese Mischung bildete die extrem fruchtbare Erde. Heute weiß man, dass die Kohle durch die Vermischung mit Reststoffen, Nährstoffe aufnehmen kann. Stellt man aus dieser Vermischung ein Substrat für den Gartenbau her, so werden die Nährstoffe wieder an die darin wachsenden Pflanzen abgegeben. Die Alterungsprozesse der Pflanzenkohle, sowie die Beladung mit Nährstoffen und ein großes Vermögen Feuchtigkeit zu speichern und zeitoptimiert wieder an die Pflanzen abgeben zu können, machen die Pflanzenkohle heute zu einem im Gartenbau sehr beliebten Bodenzusatz.

Dazu ist es notwendig den alten Prozess nachzubilden. Pflanzliche Reststoffe aus dem Kompost werden dazu mit der Pflanzenkohle vermischt. Dieses Gemisch muss nun ca. 8 Wochen ruhen und sollte in dieser Zeit gut feucht gehalten werden. Nach dieser Zeit ist die Pflanzenkohle mit Nährstoffen beladen und kann zum Einsatz kommen. So konnten im Gartenbau bereits sehr deutliche Erfolge erzielt werden.