Biogaskohle

Zum einen ist es die Adsorptionskapazität gegenüber Ionen, wie z.B. Ammonium, zum anderen ist es die zerklüftete Oberflächenstruktur der Pflanzenkohle, die den Lebensraum der Mikroorganismen im Fermenter drastisch vergrößert. Den Gasbildungsprozess behindernde Verbindungen und Moleküle werden adsorbiert. Die durch Stickstoffverbindungen hervorgerufene Hemmung wird entschärft. Preisgünstige Wirtschaftsdünger aus der Geflügelhaltung können vermehrt eingesetzt werden. Ein Forschungsprojekt der Team N soll den Nachweis dafür erbringen, dass die Pflanzenkohle bereits in der Silobereitung sinnvoll eingesetzt werden kann.

Eigenschaften

Der Einsatz von Pflanzenkohle im Biogasprozess:

  • Verbessert die mikrobiologischen Grundlagen im Fermenter
  • Verbessert die Qualität der Gärprodukte
  • Fördert die Reduktion von Hemmstoffen
  • Reduziert Emissionen
  • Fördert den Kohlenstoffgehalt im Boden
  • Gefährdet nicht die Einspeisevergütung nach EEG

Dosierungs­empfehlung

Biogas (500 kW el)
DosierungsartMengenempfehlung
Startdosierung 9 Tageje Tag 450 kg Pflanzenkohle
Dauerdosierung0,5 % Pflanzenkohle bez. auf die eingesetzte Frischmasse je Tag

detaillierte Informationen

Jeglicher Einsatz von Pflanzenkohle ist mit einer Fixierung von CO2 in Form von Kohlenstoff verbunden, weshalb grundsätzlich alle Kohleanwendungen unter dem Aspekt Klimaschutz zu sehen sind. Insbesondere durch die positiven Forschungsberichte die zum Thema „Einsatz von Pflanzenkohle im Biogasprozess“ verfasst worden sind, hat dieser Nutzungspfad von Pflanzenkohle eine besondere Bedeutung gewonnen. So forciert dieser Einsatz von Carbonisaten neben der C- Sequestrierung, auch durch die Verbesserung des Gasertrages von bis zu 10 %, eine Einsparung von Energiepflanzen. Damit lässt sich nicht nur ein ökonomischer, sondern auch ökologischer Vorteil provozieren. Im Rahmen verschiedenster Forschungsprojekte konnten durch diesen Einsatz von Pflanzenkohle Gasmehrerträge von bis zu 20% nachgewiesen werden (Kumar et al. 1987, Löwen et al., J. Roedinger et al. 2014, Y. Shen et al. 2017, Wilke et al. 2018). Aktuell werden diese Ergebnisse mit verschiedensten Theorien zu deuten versucht. Wahrscheinlich jedoch ist davon auszugehen, dass es ein multifaktorieller Ansatz sein wird, der diese Ergebnisse zustande kommen lässt.